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Schreiben als Hobby und Beruf - Der Klassiker "das gedruckte Buch"
11.03.2013 22:53

Wie kommt mein Buch an Leser und in den Handel?
 
Wer die Hohe Schule des Schreibens beherrscht und ein Buch veröffentlichen will, hat viele Hürden zu meistern. Den ersten Bremsklotz auf dem langen Weg pflastern Freunde, Bekannte und Besserwissende mit gut gemeinten Ratschlägen und Kommentaren wie "Der Buchmarkt ist total überlaufen" oder "Erstschriftsteller haben sowieso keine Chance". Die nächste Hürde sind Experten, die mit Meinungen wie "Das ist äußerst schwierig" und "Der Buchmarkt ist hart umkämpft" die Motivation drosseln.

Nicht entmutigen lassen und das Ziel nicht aus den Augen verlieren

Als positiv denkende Debutantin verinnerlicht die angehende Schriftstellerin die Kritik. Wohlwissend, dass die alles entscheidende Frage sie sich selbst stellen muss: Warum sollte jemand ausgerechnet ihr Buch kaufen? So banal die Frage klingt, sie ist sehr wichtig für die spätere Vermarktung. Gibt es für die Buchidee überhaupt einen Markt? Und wenn ja, wo finde ich meine Zielgruppen und wie könnte ich deren Interesse wecken? Nachdem diese Parameter festgezurrt sind, geht’s ans Manuskripte schreiben. Tagein, tagaus, monatelang, den ganzen Sommer 2009 hindurch.

Jedem das seine – das Maß an Konzentration und Selbstdisziplin

Wer anderweitig noch in Lohn und Brot steht, hat erschwerte Bedingungen. Mit viel Selbstdisziplin ist nichts unmöglich. Beim Schreiben hat jeder Autor so seine eigenen Rituale. Bestsellerautor Frank Schätzing kann nur im Gewühl schreiben, mitten unter Menschen, am liebsten im Café um die Ecke. Andere wiederum verkriechen sich in die einsame Berghütte. Egal wie, Hauptsache, eine entspannte und gleichzeitig hochkonzentrierte Wohlfühlatmosphäre wird geschaffen. Die Dichte des Buchstoffes darf nie verloren gehen, der Handlungsstrang mit all seinen Bildern und Emotionen sollten den Leser fesseln und binden können.

Ein Manuskript kommt auf den Prüfstand

Nach Fertigstellung des Manuskriptes darf es engen Vertrauten, der besten Freundin/des besten Freundes zur objektiven Erstkritik und Rezension zum Querlesen gegeben werden. Nicht jeder Neuautor hat ein Lektorat zur Stelle, das kostenfrei das Manuskript begutachten wird. Ein Anruf beim Bund deutscher Schriftsteller lohnt sich auf jeden Fall. Unter der Telefonnummer 06047/475 66 wird eine kostenlose Beratung angeboten. Wie die Erstautorin erfährt, ist es auf jeden Fall ratsam, im Vorfeld ein kurzes Exposé des Manuskripts zu schreiben. Auf zwei, maximal drei Seiten den Inhalt kurz und knackig beschreiben und eine Vita beifügen. Kein Verleger wird 300 Seiten eines Erstautors durchlesen. Solange die Manuskripte noch unveröffentlicht sind, kann man den Bund deutscher Schriftsteller bitten, einen Verlag zu suchen. Allerdings ist diese Leistung kostenpflichtig.

Mit Eigeninitiative auf Verlagssuche bei der Buchmesse in Frankfurt

Mit dem Manuskript unterm Arm und einem Fachbesucherausweis in der Tasche, durchforstet die Erstautorin die Frankfurter Buchmesse gründlichst nach Verlagen, die für ihr Buch in Frage kommen. Dabei hat sie reichlich Erfahrungen sammeln können in den unterschiedliche Verlagsausrichtungen- und Prinzipien.

Im Trend liegt das "Book on demand"-Verfahren von epubli und BOD

Schon für 200 bis 500 Euro ist bei epubli und BOD eine Miniauflage mit ISBN zu bekommen. Nachteilig an diesem System ist die mangelnde Reputation. Das Book on Demand wird stiefmütterlich behandelt und nicht als richtiges Buch anerkannt. Meist fehlt diesen Büchern auch ein fundiertes Lektorat. Auch wenn Internet-Foren eine Lanze für diese preiswerte Variante brechen, kann das nicht die rümpfende Nase des Buchhändlers verhindern.

Wie kommt mein Buch an Leser und in den Handel?
 
Wer die Hohe Schule des Schreibens beherrscht und ein Buch veröffentlichen will, hat viele Hürden zu meistern.
 

Sind Selbstverlage wirklich Abzocker?

Vorsicht bei Selbstverlagen. Sie ködern mit Werbeparolen: "Suchen Sie einen Verlag? Wir publizieren Ihr Buch." Schon vor der Frankfurter Buchmesse hat die Erstautorin das Angebot eines großen Berliner Selbstverlags erhalten mit einem Gutachten "zur Veröffentlichung empfohlen". Solche gutachterlichen Empfehlungsschreiben taugen nicht viel. Beim mitgelieferten Angebot wird eine finanzielle Risiko-Beteiligung, so ist es im Anschreiben formuliert, vorausgesetzt. Der Erstautor kann aus drei Varianten wählen. Zwischen 5.800 und 6.900 Euro, zahlbar in drei Raten, wird das Buch in einer Erstauflage von 1.000 Exemplaren gedruckt. Damit sind alle Kosten, die der Selbstverlag hatte, gedeckt. Eine Vermarktung ist nicht vorgesehen. Wenn Sie kein gigantisches Marketing-Konzept oder ein Netzwerk haben, dann Finger weg von solchen Angeboten. Sie bleiben auf den Kosten und den Büchern hocken.

Ein seriöser Verlag wird immer sämtliche Vor- und Produktionskosten übernehmen

Dies gilt auch für das erforderliche Marketing mit Pressemitteilungen. Ebenso übernimmt der Verleger Kosten für entsprechende Handelsverträge und Literaturagenten. Wie unsere Erstautorin berichtet, hatte sie das große Glück, durch einen Kontakt auf der Frankfurter Buchmesse einen Verleger gefunden zu haben. Mit einem ordentlichen Autorenvertrag in der Tasche, auf der Grundlage der Richtlinien des Schriftstellerverbands, ist ihr Buch mit E-Book und Hörbuch kostenfrei publiziert worden. Ihr Erstlingswerk ist auf den Markt gekommen und in das "Verzeichnis lieferbarer Bücher" aufgenommen worden.

Nützliche Tipps !!

Ausgeplaudert aus dem Weblog-Nähkästchen

"Schriftstellerei ist hartes Brot." Dies sagt  Rebecca S. zu jedem, der es hören will, oder auch nicht. Es wundert sie, dass Menschen denken, Schreiben sei so einfach. Sich hinsetzen und "runterschreiben", was das Herz bewegt, ist meist der erste Schritt. Doch danach beginnt die eigentliche Arbeit. Abgleich mit dem vor Buchbeginn begonnen Charakteren. Wenn nun ein Psychopath auf einen gutmütigen Menschen trifft, dann sollte auch an seine Wesenszüge gedacht werden. Die Leserschaft  muß zum Beispiel wissen, warum der Psychopath plötzlich so reagiert, als hätte er einen gesunden Menschenverstand

Normalerweise gibt es bei einem Verlag die Funktion der Lektoren, die das übernehmen. Das Lektorat - wenn ein Autor noch nicht so bekannt ist - muß selbst bezahlt werden. Versuchen Sie zu verhandeln und versuchen Sie, "die gröbsten Fehler" selbst zu finden, oder ziehen Sie Ihren Familien- und Freundeskreis hinzu. Machen Sie sich im Manuskript auf die Suche nach "Kausalfehlern", die der Literaturkritiker Dennis Scheck in seiner Sendung gerne mal an den Pranger stellt.

Beispiel: Sie beschreiben eine Buchszene, die im März stattfindet. Nach den ersten 100 Seiten, so wie in Faja Stewards Psycho-Thriller, erinnert sich ein Spaziergänger an diesen Tag.

Es wäre äußerst schlecht, wenn dieser Zeuge bei der Polizei nun angeben würde, dass an diesem Tag  die Sonne brannte,  und die Wiese in sattem Grün leuchtete. Ziemlich unglaubwürdig für einen Märztag, oder ? Das versteht man beispielsweise unter  Kausalfehler, der bei Rezensenten gar nicht gut ankommen würde...


 

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